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1913
Die Gemeinden Sitzendorf, Unterweißbach und Deesbach bauen gemeinsam ein Gaswerk in Sitzendorf. Das Gas dient zur Beleuchtung von Straßen und Gebäuden und zur Produktion von Glaswaren.
Ansicht der Manufaktur 1913
1925
Sitzendorf erhält elektrischen Strom.
1928
Der Unterweißbacher Zweigbetrieb der Sitzendorfer Porzellanmanufaktur wird infolge Absatzschwierigkeiten stillgelegt. Der erste Weltkrieg und die Krisen der 20er Jahre führten den Betrieb an den Rand des Ruins. Erst 1932 stabilisierte sich die Lage, Besitzer und Direktoren sind nunmehr die ehemaligen Prokuristen Reinhold Rebhan und Max Krauße.
1932
Bau der Bergkirche. 1763 trifft die evangelische Kirchgemeinde ein Abkommen, wonach der an das Gemeindehaus angebaute Schulsaal auch für den Gottesdienst genutzt werden darf.1932 wurde der Bauplatz für die Kirche von den Einwohnern Paul Möller, Albert Höhlein und den Erben des Bäckermeisters Sorge gestiftet. Die Kirche steht seit der Mitte der 80er Jahre unter Denkmalschutz.
1939
Mit Beginn des 2. Weltkriegs werden alle Männer im Wehrdienstalter aus der Sitzendorfer Porzellanmanufaktur entlassen und werden Soldaten oder in wehrwirtschaftlich wichtige Betriebe umgesetzt. Der Export von Porzellan stockt; die Exportländer USA, England, Frankreich werden Feindesländer.
1945
In den letzten Kriegsmonaten wird der Rüstungsbetrieb "Prototyp-Werke Zell-Hamersbach" von Bromberg nach Thüringen verlegt, ein Teil nach Sitzendorf in den Hof der Porzellanmanufaktur. Im Oktober 1945 wird hier in Baracken ein Werkzeuge produzierender Betrieb errichtet.
1948
Rolf Rebhan, der Sohn von Reinhold,übernimmt die Leitung der Manufaktur.
 
1948-52
Anlage des Sportplatzes, der über zwei Jahre vom Geröll eines Hochwassers 1947 befreit werden mußte.Gleichzeitig wird die Ruine der alten Bleiweißfabrik abgerissen. Unter Leitung von Willi Kaufmann wird auf dem Abrißgelände die Turnhalle gebaut. Die Sportstätte trägt heute seinen Namen.
1950
Die Porzellanmanufaktur begeht feierlich ihr 100-jähriges Betriebsjubiläum.
1958
Sitzendorf wird Schulort einer Polytechnischen Oberschule. Schüler der 9. und 10. Klassen kommen auch aus Schwarzburg, Döschnitz, Rohrbach, Wittgendorf, Mankenbach, Ober- und Unterhain und Unterweißbach.
1958
Die Sitzendorfer Porzellanmanufaktur arbeitet mit staatlicher Beteiligung, aber eine Steigerung der Arbeitsproduktivität und damit eine Konkurrenzfähigkeit auf dem Weltmarkt läßt sich mit den überalterten Produktionsanlagen und dem Mangel an jungen Arbeitskräften nicht realisieren.
1972
Die Sitzendorfer Porzellanmanufaktur wird volkseigen. Die Werkzeugfabrik wird in das Gaswerk verlagert und die alten Baracken werden abgrissen. Im Hof beginnt der Bau einer Produktionshalle.
1985
Die Sitzendorfer Porzellanmanufaktur begeht ihr 135-jähriges Betriebsjubiläum unter Leitung von Uwe Hermann, dem Schwiegersohn von Rolf Rebhan.
Nachdem Staat und Behörden endlich erkannten, daß mit dem Export der Produkte die begehrten Devisen erwirtschaftet werden konnten, fanden sich auch Mittel und Wege zur Rekonstruktion des Betriebes. So konnte in diesem Jahr ein neuer Mustersaal seiner Bestimmung übergeben und eine Formlagerhalle gebaut werden.
Sitzendorf zählt 1.200 Einwohner.
1989
Eine Rohrbrücke über die Schwarza verbindet die Manufaktur mit einer Stadtgasleitung.Der Brennprozeß wird auf Gas umgestellt. Seit 1974 wurde elektrisch gebrannt.
 
1990
Die Porzellanmanufaktur kann vor der Wiedervereinigung, am 01.06.1990, reprivatisiert und eine Kommanditgesellschaft gegründet werden. Komplementär wird Frau Carla Hermann, Tochter von Rolf Rebhan. Kommanditisten werden Herr Uwe Hermann und Herr Hans-Jürgen Schmidt. Ein Tourismuskonzept soll den Betrieb voranbringen. 1990 wurde mit dem Bau einer Verkaufseinrichtung und 1991 deren Erweiterung in das Nachbarhaus begonnen.
1992
Eröffnung der "Schatztruhe" - d. h. Umbau des einstigen Speisesaales in eine Verkaufseinrichtung mit Restaurant.
1993
Umbau der einstigen Versand- und Lagerhalle in eine Verkaufsausstellung für antike Möbel und Zierporzellan mit Vorführstraße.
1993
Zwölf Ortschaften im mittleren Schwarzatal schließen sich zu einer Verwaltungsgemeinschaft zusammen; Sitzendorf wird Verwaltungssitz.
1994
Erweiterung der "Schatztruhe" durch Umgestaltung der Hausmeisterwohnung in die Gaststätte "Zum Rundofen".
1994
Einweihung des Regionalmuseums "Dampfmaschine" im ehemaligen Maschinenhaus der Porzellanmanufaktur. In diesem Museum wird die Geschichte der Sitzendorfer Porzellanmanufaktur sichtbar gemacht und die Verwaltungssgemeinschaft stellt sich dar. Am 29. April eingeweiht, zählt das Museum Mitte November bereits 8.000 Besucher.
1995
Sitzendorf begeht das 625-jährige Jubiläum seiner urkundlichen Ersterwähnung und die Sitzendorfer Porzellanmanufaktur ihr 145-jährigges Bestehen.
2000
Die Sitzendorfer Porzellanmanufaktur feiert ihr 150-jähriges Jubiläum. Zum Anlaß trafen sich zur Sonderauflage der Wernesgrüner Musikantenschenke Solisten der volkstümlichen Musik. Höhepunkt des Jubiläums war der Festumzug mit 24 Bildern rund um die Geschichte des Sitzendorfer Porzellans. Mehr als 1.500 Besucher flanierten über das attraktiv gestaltete Areal oder bevölkerten das große Festzelt mit seinen hochkarätigen Veranstaltungen.
2001
Rückbau der alten Rohrbrücke und dem Anschluß an die Stadtgasleitung. Neuer Gasanschluß an die Mitteldruckleitung von der Hauptstraße.